
1. Laufzeiten und die Kopplung von Bild und Ton
2. Das kinospezifische Bildformat
3. Bildkaschierung bei Kinofilm
4. Verarbeitung von Videomaterial
5. Praktische Hinweise
Entscheidend für die Synchronität ist das Anbringen einer Startmarkierung für Bild und Ton – beim Bildmaterial ein Startkreuz oder Weißfeld, beim Tonmaterial ein Beep (1000 Hz) über die Länge eines Bildes.
Die Position dieser Marken richtet sich nach der Wiedergabegeschwindigkeit, die der Produktion zugrunde lag:
Startsequenz für Bild und Ton
Eine vollständige Startsequenz (wie im nebenstehenden Beispiel) ist jedoch nicht erforderlich.
Bei einer fernsehgerechten 25 B/s-Produktion ist zu beachten, dass die Vorführgeschwindigkeit im Kino (24 B/s) ca. 4% unter der Originalgeschwindigkeit liegt, damit also der Ton tiefer wiedergegeben wird und sich die Vorführzeit um den Faktor 1,04 verlängert (dies kann ggf. zur Kostenfalle werden, wenn dadurch Werbeblockzeiten ungewollt überschritten werden!).
Beispiel: Ein TV-Spot (25 B/s) mit einer Originallänge von 30 Sekunden wird im Kino (24 B/s) eine Vorführzeit von 31,25 Sekunden haben.
Sie können diese Umrechnungen auch mit Hilfe unseres Filmrechners vornehmen lassen.
Sollte Ihr Projekt mit 25 B/s produziert worden sein, dann stehen Ihnen zwei Möglichkeiten für den Übergang zum Kinofilm zur Verfügung:
In beiden Fällen ergäbe sich aber auch eine Tonhöhenabsenkung um 4%.
Moderne digitale Tonverfahren bieten jedoch die Möglichkeit, dies durch "Pitchen" zu unterbinden.
Im Idealfall produzieren Sie Ihr Projekt daher von vorn herein mit 24 B/s
Liefern Sie aber stets ein konsistentes Projekt, in dem Bild und Ton für die gleiche Geschwindigkeit produziert wurden!
Sollte eine spätere Umwandlung von 25 B/s auf 24 B/s nicht zu umgehen sein, dann überlassen Sie bitte diese Tonbearbeitungsprozesse den Kopierwerken.
Der Ton kann vom Videotape abgenommen werden, besser ist jedoch die Lieferung auf DAT, Perfoband, MOD oder auch auf Musik-CD. Bei der getrennten Anlieferung der Tonträger sollte zur Gewährleistung einer zügigen Weiterverarbeitung darauf unbedingt die Bildfrequenz vermerkt werden, für die die Produktion erfolgte (24 B/s oder 25 B/s). Für Kinowerbung muss ausserdem darauf hingewiesen werden, dass nach einer Festlegung der „FDW Werbung im Kino e.V.“ grundsätzlich das Tonmaterial in Dolby SR (bzw. Pseudo-SR) abzumischen und die Tonqualität in einem einheitlichen Tonformat bei Normalstellung des Saalreglers (=Fadenstellung 7) zu gewährleisten ist.
Beispiele für Einpassung oder Beschneidung bei der Übertragung von Videobildern in Kinoformate:
PAL 1:1.25
HDTV 1:1,77
Im Videobereich sind zwei Bildformate (Bildseitenverhältnisse) üblich:
Beide Formate sind so im Kino nicht vorführbar und müssen auf die dort möglichen Formate angepasst werden. Dies trifft in ganz besonderem Masse auf Kinowerbung zu, deren Vorführung grundsätzlich im Format 1:1,85 erfolgt.
Die Anpassung des Bildmaterials geschieht durchDas Videobild wird so verkleinert, dass es im Vorführformat vollständig Platz hat
Vorteil: Kein Verlust an Bildinhalten, keine Kosten für Korrekturen
Nachteil: Unvollständige Ausnutzung der Leinwand (verbleibender schwarzer Rand links und rechts) und damit verringerte subjektive Wirkung
Das Videobild wird oben und unten so weit beschnitten, dass das übrig bleibende Bild genau dem Kinoformat entspricht
Vorteil: maximale subjektive Wirkung durch vollständige Ausnutzung der Leinwand
Nachteil: Verlust von Bildinhalten, ggf. Kosten für individuelle Anpassung jeder einzelnen Einstellung, Verlust an Bildqualität durch verminderte Anzahl verfügbarer Bildzeilen bzw. Zoom-Effekt
Um eine möglichst effektvolle Bildwirkung zu erzielen, entscheidet man sich – ungeachtet der Nachteile – meist für die zweite Methode, weil insbesondere der Verlust an Bildqualität vom Zuschauer nur selten wahrgenommen wird. Die Kosten für eine aufwendige Beschneidung jeder einzelnen Einstellung können dadurch vermieden werden, dass das später im Kino verwendete Format bereits bei der Bildkomposition Berücksichtigung findet, indem die Randbereiche oben und unten (symmetrisch) von bildwichtigen Inhalten frei gehalten werden. Dadurch ist ein einheitliches Beschneiden direkt bei der Ausbelichtung möglich.
Wenn eine Wahlmöglichkeit für das Kino-Vorführformat besteht, dann sollte ein möglichst geringer Verlust an Bildinhalten durch Abschneiden angestrebt werden, also:
Durch den Gebrauch des anamorphotischen Videoformates 16:9 erreicht man bei den Formaten 1:1,66 und 1:1,85 eine wesentliche Qualitätssteigerung.
Beachten Sie bitte ausserdem, dass bei der Vorführung im Kino eine unvermeidbare Beschneidung von ca. 5% auf jeder Seite (also 10% über die gesamte Bildbreite bzw. –höhe) durch den so genannten Vorführkasch erfolgt (s.u. "Bildkaschierung bei Kinofilm").
Auf unserer Downloadseite finden Sie Bildvorlagen, in denen die Beschneidung des PAL- bzw- HDTV-Bildes bei Projektion im Kino (inklusive Vorführkasch) veranschaulicht wird. Diese können u.a. in Bildbearbeitungsprogrammen als zusätzliche Bildebene eingesetzt werden, um die Wirkung der Formatbeschneidung direkt sichtbar zu machen.
Bei jeder Vorführung wird ein bestimmter Teil im äußeren des Bildes durch die Umrandung der Leinwand bzw. bereits im Projektor durch das Bildausschnittsfenster (den so genannten "Kasch") abgedeckt und bleibt für den Zuschauer daher nicht sichtbar. Vergleichbares gilt auch bei der Darstellung im Fernsehen.
Um sicher zu stellen, dass bildwichtige Inhalte dadurch nicht verloren gehen, hat man sich auf zwei Randzonen geeinigt, die bei der Erstellung von Filmbildern zu beachten sind:
Diese Randbereiche sollen natürlich nicht "schwarz" sein, sondern ebenfalls Bildinformationen enthalten (die Projektion könnte ja leicht verschoben sein...)
Auf unserer Downloadseite finden Sie Bildvorlagen, in denen die Beschneidung des PAL- bzw- HDTV-Bildes bei Projektion im Kino (inklusive Vorführkasch) veranschaulicht wird. Diese können u.a. in Bildbearbeitungsprogrammen als zusätzliche Bildebene eingesetzt werden, um die Wirkung der Formatbeschneidung direkt sichtbar zu machen.
Wählen Sie das bestmögliche Videoformat. Wir unterscheiden zwischen vier Qualitätsgruppen, innerhalb derer die genannten Formate technisch als gleich zu beurteilen sind:
Zur Vermeidung von unerwünschten Nebeneffekten bei der Übertragung oder späteren Vorführung des Materials sollten folgende Grundsätze beachtet werden:
Bei Unklarheiten stehen Ihnen unsere Spezialisten gern zur Verfügung – Anruf oder E-Mail genügen. Wir empfehlen Ihnen, bei grösseren Projekten oder Unsicherheiten vorab einen Test durchführen zu lassen, um die endgültige Wirkung auf der Leinwand prüfen zu können.